Hobbys

 

pferdestärken mag ich...

 

....und am liebsten ganz viele davon - versammelt unter einer Motorhaube....*grins*

25 Jahre lang hatte ich das Glück, dass mein Hobby auch mein Beruf war....

 

Als ich im Sommer 1980 meinen Autoführerschein machte, freute ich mich nach jeder Fahrstunde bereits auf die nächste, denn das Autofahren machte mir vom ersten Moment an riesigen Spaß. Obwohl ich als Damenmaßschneider bereits ein Hobby zum Beruf gemacht hatte, war ich durch die schlechte Bezahlung sehr unzufrieden. Darum wollte ich mir nach bestandener Fahrprüfung einen Job als Kraftfahrer suchen. Aber wer stellt schon einen Fahranfänger als Kraftfahrer ein? Doch nach langer Suche bekam ich im damaligen Fuhrpark des Gesundheitswesens Berlin-Weißensee eine Stelle als Kraftfahrer und konnte mein Glück kaum fassen :-))

Dort arbeitete ich die folgenden 10 Jahre und habe diesen Berufswechsel nie bereut. Nach einigen Jahren ermöglichte mir mein damaliger Arbeitsgeber sogar die Qualifizierung zum Berufskraftfahrer. Dazu gehörte auch der LKW-Führerschein, und wieder war jede Fahrstunde für mich ein Highlight. Nach bestandener Fahrprüfung wollte ich natürlich nicht mehr mit dem PKW die Ärzte chauffieren.... Meine männlichen Kollegen amüsierten sich nur und überließen mir die meisten LKW-Touren....

Kurz nach Maueröffnung siedelte ich noch ins damalige Westberlin über und musste mich neu orientieren.. Ich machte die Ortskundeprüfung und erwarb somit die Berechtigung zur Personenbeförderung in Miet- und Krankenwagen. Damit bekam ich sofort Arbeit und fuhr die folgenden 15 Jahre im Behindertentransport. Die ersten drei Jahre fuhr ich allein. Dann bekam ich einen Beifahrer. Dadurch wurde die Arbeit jedoch viel schwerer, denn wo es keinen Fahrstuhl gab, mussten wir Behinderte im Rollstuhl hoch- oder runtertragen, und das bis zu 4 Etagen....

 

 

                           

Bilder von meiner Arbeit aus dem Jahre 2002

 

 

Im Frühjahr 2001 ging ich dann nochmals zur Fahrschule, doch dieses Mal schickte mich nicht mein Arbeitgeber. Meine Tochter hatte nach den Auto- auch den den Motorradführerschein gemacht und mich mit ihrer Begeisterung fürs Motorradfahren regelrecht angesteckt. Ich machte also noch den Motorradschein... und wie man sieht, mit Erfolg....

 

                          

Auf den Fotos seiht man mich im Sommer 2002 mit meiner Kawasaki GPZ 500S (links), doch diese verkaufte ich nach dem Tod meiner Tochter und fuhr  die Jahre darauf Janas vollverkleidete Suzuki GS 500E (rechts)

 

 

Im Sommer 2005 hatte ich massive gesundheitliche Probleme. Das schwere Heben und Tragen hatte seine Spuren hinterlassen, und als ich sehr lange krank geschrieben war, verlängerte man meinen Arbeitsvertrag nicht mehr. Nach inzwischen 25 Berufsjahren hinter dem Lenkrad wurde ich arbeitslos.... Der Gang zum Arbeitsamt war sehr deprimierend, aber nach einem 14-tägigen Bewerbungstraining war ich wieder sehr zuversichtlich und motiviert. Doch nur wenige Wochen später folgte die Diagnose Krebs.... und seit Anfang 2007 bin ich erwerbsunfähig.

Im Frühjahr 2009 habe ich schweren Herzens das Motorrad verkauft, denn aufgrund meiner körperlichen Verfassung bin ich in den letzten Jahren immer seltener gefahren. Seit dem Tod meiner Tochter machte mir das Motorrad fahren ohnehin nicht mehr den Spaß, wie wir ihn früher auf unseren gemeinsamen Touren hatten...

 

 

Auch wenn ich jetzt nicht mehr als Biker oder mit großen Autos unterwegs bin, die Liebe zu den Pferdestärken ist geblieben......

...und mein Auto ist zwar nicht mehr das jüngste (Bj. 1998), doch seine 136 "Pferdchen" unter der Haube sind noch putzmunter ;-)

 

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